
Wenn man im Flugzeug neben dem Lead Sänger einer U.S. Rockband sitzt, dann kann der Urlaub ja nicht schlecht beginnen...! Die Stunden in der Luft vergehen wie im Nu, ich genieße die Ausnahmesituation vor dem Fernseher einschlafen zu können und schon sind Judith und ich angekommen: Vancouver! Um dem Jetlag am nächsten Tag zu entkommen, erkunden wir die Stadt mit dem Fahrrad bei, naja, frühlingshaften Temperaturen..!

Die klettergierigen Finger jucken allerdings gewaltig und somit gehts auch bald nach Squamish - wo Christoph anfangs noch versucht mich in die hohe Kunst des "gear-kletterns" einzuführen, angesichts meiner Ungeduld aber keine willige Schülerin findet. Mir geht das alles viel zu langsam - hier gibts schließlich Fels Ende nie und den will ich erkunden! Somit tausche ich schnell Cams und Keile gegen das Crash-Pad ein und erkunde die Umgebung... Ja, was soll ich sagen - ein Waaaaahnsinn so schön!!

Dennoch finden sich einige Mehrseillängen Touren auf der Tickliste - obwohl es aus unerklärlichen Gründen immer zu dubiosen Zwischenfällen kommt: "verlorengegangene" Sicherungsgeräte, verkeilte Friends die sich nicht lösen, zu kurze Seile für die Abseilpiste... vielleicht sollte ich doch einfach beim Sportklettern bleiben?!! Squamish bietet einfach alles, was das Kletterherz begehrt: feinster Ganit, unendlich viele Boulderblöcke, überhängende Sportkletterrouten für Regentage (sehr wertvoll!), Mehrseillängentouren und und und und...

Hände und Zehen werden ordentlich in Mitleidenschaft gezogen und wenn ich nicht immmer so viel kämpfen würde, Cams und Keile wieder aus den Rissen herauszubekommen, dann wärs wohl gar nicht so schwer.. *g* Aber es macht Spaß!
Als stolze Besitzerin eines neuen Zeltes, das ich quer durch Vancouver getragen habe, niste ich mich auch gleich am Campingsplatz in Squamish ein und verbringe dort bis auf ein paar Rasttage fast vier Wochen. Ich treffe nicht nur auf Rachelle, eine Reise- und Kletterfreundin aus Yangshuo, die auf Vancouver Island lebt, sondern auch auf ein paar andere Kletterbekanntschaften von früher - die Welt ist ja bekanntlich ein Dorf! Und so findet sich schnell eine internationale Crew aus Kanada, USA, Belgien und Frankreich, mit denen ich die letzten beiden Wochen verbracht habe.

Der Campingplatz liegt direkt am Fuße des "Chiefs", dem Granitmonolithen und ist das Zuhause aller Kletterer. Nichts für schwache Nasen, den Duschen gibts keine, aber das lässt sich an den kletterfreien Tagen im Schwimmbad erledigen. Weitere Rasttag-Aktivitäten sind Yoga und Pancakes mit Ahornsirup essen, das können sie, die Kanadier! Das Kaffee-machen haben sie dafür nicht erfunden.