Samstag, 10. März 2012

Laos...

“Life happens to you while you are busy making other plans“ Kein anderes Zitat hätte wohl besser als Einleitungssatz meines Reise-Weblogs gepasst wie dieses! Nach den ereignisreichen letzten Wochen sitze ich nun im Flugzeug nach Bangkok, übe mich in asiatischer Gelassenheit um das quietschende Kleinkind zwei Reihen vor mir gedanklich nicht lynchen zu wollen und freue mich über den Erfolg: nach dem Zwischenstop in Dubai ist nicht nur das Kind verschwunden - aufgrund eines Buchungsfehlers wurde ich in die fussfreie Reihe versetzt. Auch nicht schlecht!
In Bangkok angekommen kämpfe ich mich durch den Wahnsinn der Kao San Road, ein Inbegriff des Backpacker Massentourismus. Aber gerade trage ich selbst ein Stück dazu bei, wie ich hier liege und die Künste der thailändischen Masseurin genieße. Ach wie sehr habe ich es vermisst: den Geruch von Pad Tai, den Geschmack des Mango-Shakes, all die bunten Farben und das immerfreundliche Lächeln der Thais! Nur mein Körper fragt sich gerade ob ich vollkommen wahnsinnig bin; drei Tage vor dem Abflug noch auf Ski und nun tropisches Klima bei 30 Grad! Aber auch daran werde ich mich gewöhnen und erstmals freue ich mich auf drei Monate in denen ich in erster Linie das mache, was ich am meisten liebe: klettern, reisen, yoga, mich vom Leben treiben lassen und einfach nur glücklich sein (obwohl ich ja bereits als überglücklicher Mensch losgefahren bin - wieviel Glück kann ein Mensch eigentlich empfinden? Oder vielleicht ist es viel mehr die absolute Zufriedenheit, weil man keine Minute ändern oder missen möchte?)



Nach einem Tag Bangkok geht es über Udon Ratchatani weiter nach Laos. Auf der Busfahrt nach Pakse treffe ich einen Deutschen, dessen Rucksack voll mit Spraydosen und Farben ausgefüllt ist, ein Graffiti Sprayer und Street Art Künstler. Gemeinsam fahren wir nach Dhon Khon, einer der 4.000 Inseln im Süden. Am Weg treffen wir noch drei junge bayrische Studenten und durchstehen gemeinsam die fünfstündige Busfahrt. Zwischen Hühnern, Kartoffel- und Zwiebelsäcken, Bergen an Wassermelonen und dreimal so vielen Menschen wie Platz haben geht die holprige Fahrt in den Süden. Zwischendurch eine Reifenpanne, doch endlich erreichen wir den Mekong und nehmen das Boot nach Don Khon. Und kaum dort angekommen, treffe ich auf Waltraud, meine frühere Arbeitskollegin, die ebenfalls durch Asien reist. Ein netter und ruhiger Bungalow ist schnell gefunden und ebenso ein vorzüglich aber sehr scharfes Abendessen. Und zum Erzählen gabs natürlich auch genügend. So werden die nächsten Tage in sehr gechillter Atmosphäre verbracht, bevor es wieder rauf in den Norden geht, zum Klettern!

Donnerstag, 11. August 2011

City of Rocks, Grand Teton

und wie wieder mal alles anders kam

Tja so kanns einem gehen: da kauf man ein Auto, cruist eine Woche durch die USA und dann geht der Kübel einfach ein.. Zylinderkopfdichtung kaputt! Alles raucht und spuckt und die Karre steht. Mitten in der Pampas natürlich! Da hilft nur mehr eines: verschrotten und ein Mietauto nehmen!



Der guten Laune tut das aber keinen Abbruch - die Klettermotivation ist hoch und wir toben uns in der City of Rocks, Idaho, so richtig aus!

Anschließend geht es in den Grand Teton National Park, wo wir den Grand Teton klettern: auf über 4000 Meter ist die Luft ganz schön dünn... vor allem mit Zelt, Schlafsack und dem ganzen Alpin-Equipment ausgestattet. Aber: ein Erlebnis und stolz sind wir schon auf uns!

Danach noch ein kurzer Abestecher in den Yellowstonepark und weiter gehts nach Leavenworth, Washington, zum Bouldern und Alpinklettern.
Nachdem's in den Staaten keine Internetcafes gibt, sondern überall nur W-Lan, ich aber ohne PC sind, sind die Blogeinträge leider sehr kurz gehalten. Alles andere gibts dann im Detail Anfang September zuhause!
Obwohl Kanada aufgrund der veränderten Autosituation ein bisschen zu kurz gekommen ist: die Eindrücke hier in den Staaten sind nicht minder zu bewerten - ganz im Gegenteil: ich bin seeeeehr begeistert!

Montag, 25. Juli 2011

Horne Lake und Vancouver Island


Inzwischen sind Flo und Seppl angekommen und verstärken somit das österreichische Kletterteam! Das Wetter lässt leider noch immer zu wünschen übrig und so brechen die beiden mit Judith und Christoph zu einer Gletschertour in den Norden auf. Schnee und Eis reizen mich allerdings gar nicht, deswegen fahre ich mit Holly, Nick und Sieber nach Vancouver Island - das Klettergebiet Horne Lake ruft! Irgendwie quetschen wir alles in Hollys Auto und unter den ganzen Bergen von Rucksäcken und Seilen verschwinden Nick und ich sogar, als es ums Zahlen für die Fähre geht - wieder 30 Dollar gespart *g*

Das überhängende Kalkgebiet liegt über einem See und ist so gut wie immer trocken. Erinnerungen an zuhause werden wach - klettern bei Regen und sichern mit der Daunenjacke - wo ist der Sommer?! Neben uns trainiert Jonathan Siegrist aber irgendwie ist alles sehr familiär und gemütlich! Am Abend sitzen wir am Lagerfeuer, grillen Marshmallows und sind einfach nur glücklich, diese vielen wundervollen Augenblicke gemeinsam genießen zu können. Auch wenn es oft nur wenige Wochen sind, die man auf einer Reise miteinander verbringen kann, so sind es gerade diese Momente, die uns zeigen, wieviele schöne Stunden doch das Leben für uns offen hält - wenn wir bereit sind, diese anzunehmen.

Garibaldi Nationl Park



Ausflug in den Schnee
Zum Kletterausgleich geht es zu einer Trekingtour in die Berge in den Garibaldi Nationalpark. Der schneereiche Winter hat in Kanada seine Spuren hinterlassen - so stapfen Judith und ich bei unserer "Wanderung" auch bald mit den Steigeisen im Schnee und erleben hochalpines Flair auf gerade mal 1500 Metern! Dafür verbringen wir die Nacht alleine in der Hütte - nur eine Maus stört die Stille - kaum zu glaube wie ruhig ist ansonsten ist. Unendliche Weite, keine Menschenseele, einfach nur Natur. Das tut gut.

Vancouver und Squamish

Wenn man im Flugzeug neben dem Lead Sänger einer U.S. Rockband sitzt, dann kann der Urlaub ja nicht schlecht beginnen...! Die Stunden in der Luft vergehen wie im Nu, ich genieße die Ausnahmesituation vor dem Fernseher einschlafen zu können und schon sind Judith und ich angekommen: Vancouver! Um dem Jetlag am nächsten Tag zu entkommen, erkunden wir die Stadt mit dem Fahrrad bei, naja, frühlingshaften Temperaturen..!

Die klettergierigen Finger jucken allerdings gewaltig und somit gehts auch bald nach Squamish - wo Christoph anfangs noch versucht mich in die hohe Kunst des "gear-kletterns" einzuführen, angesichts meiner Ungeduld aber keine willige Schülerin findet. Mir geht das alles viel zu langsam - hier gibts schließlich Fels Ende nie und den will ich erkunden! Somit tausche ich schnell Cams und Keile gegen das Crash-Pad ein und erkunde die Umgebung... Ja, was soll ich sagen - ein Waaaaahnsinn so schön!! Dennoch finden sich einige Mehrseillängen Touren auf der Tickliste - obwohl es aus unerklärlichen Gründen immer zu dubiosen Zwischenfällen kommt: "verlorengegangene" Sicherungsgeräte, verkeilte Friends die sich nicht lösen, zu kurze Seile für die Abseilpiste... vielleicht sollte ich doch einfach beim Sportklettern bleiben?!! Squamish bietet einfach alles, was das Kletterherz begehrt: feinster Ganit, unendlich viele Boulderblöcke, überhängende Sportkletterrouten für Regentage (sehr wertvoll!), Mehrseillängentouren und und und und...
Hände und Zehen werden ordentlich in Mitleidenschaft gezogen und wenn ich nicht immmer so viel kämpfen würde, Cams und Keile wieder aus den Rissen herauszubekommen, dann wärs wohl gar nicht so schwer.. *g* Aber es macht Spaß!
Als stolze Besitzerin eines neuen Zeltes, das ich quer durch Vancouver getragen habe, niste ich mich auch gleich am Campingsplatz in Squamish ein und verbringe dort bis auf ein paar Rasttage fast vier Wochen. Ich treffe nicht nur auf Rachelle, eine Reise- und Kletterfreundin aus Yangshuo, die auf Vancouver Island lebt, sondern auch auf ein paar andere Kletterbekanntschaften von früher - die Welt ist ja bekanntlich ein Dorf! Und so findet sich schnell eine internationale Crew aus Kanada, USA, Belgien und Frankreich, mit denen ich die letzten beiden Wochen verbracht habe.

Der Campingplatz liegt direkt am Fuße des "Chiefs", dem Granitmonolithen und ist das Zuhause aller Kletterer. Nichts für schwache Nasen, den Duschen gibts keine, aber das lässt sich an den kletterfreien Tagen im Schwimmbad erledigen. Weitere Rasttag-Aktivitäten sind Yoga und Pancakes mit Ahornsirup essen, das können sie, die Kanadier! Das Kaffee-machen haben sie dafür nicht erfunden. Und Bier verursacht ordentliches Kopfweh - mit dem Reinheitsgebot haben sie es nicht so. Guter Käse stammt mitunter aus Österreich, wie ich soeben bemerkt habe und von Peanutbutter kann man sich durchaus lange ernähren!

Sonntag, 3. Mai 2009

Zwischen Karstgestein und Reisplantagen in Yangshuo


"Hellooooo!! Lady you buy?? Very cheap, very cheap! Good quality made in China! Hello lady please you buy? Maybe later you come back?"
In den Strassen von Yangshuo herrscht kunterbuntes Treiben - ein Haendler nach dem anderen versucht seine Waren an die Touristen zu verkaufen. In erster Linie sind es chinesiche Urlauber die sich in der 300.000 Einwohnerstadt der suedchinesichen Provinz Guanxi aufhalten, um die beeindruckenden Karst- und Kalkfelsen zu erkunden. Umso mehr Aufmerksamkeit zieht man als westliche Touristin auf sich und es ist keine Seltenheit, dass ChinesInnen um ein gemeinsames Foto ersuchen.

Die meisten nicht chinesichen Touristen kommen allerdings aufgrund des relativ neu erschlossenen Klettergebiets nach Yangshuo, wo es sowohl fuer Anfaenger als auch fuer Spitzenkletterer eine breite Palette an Touren gibt. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich bei meiner Flugbuchung nicht einmal genau wusste, wo sich Yangshuo eigentlich befinden wuerde, aber spontane Entscheidungen sind ja oftmals die besten! Zu meiner grossen Freude traf ich auf Freunde aus Ton Sai wieder und wir verbrachten die letzten drei Wochen mit gemeinsamen Klettertouren.



Yangshuo ist in China fuer eine weitere "Attraktion" bekannt: und zwar fuer Englischunterricht. Sogar aus Shanghai reisen ChinesInnen an, um in den unzaehligen Schulen ihr Englisch zu verbessern. Da ich nicht den ganzen Tag mit klettern verbringen kann und ausserdem das alltaegliche Leben in China kennenlernen wollte, unterrichtete ich nebenbei drei Stunden in der Woche Englisch - feur freie Kost und Logie. Wobei sich das "unterrichten" auf gemeinsames reden und Bier trinken beschraenkte - eine denklich einfache Arbeit!



Die chinesichen Sitten und Gebraeuche sind von allen asiatischen Laendern in denen ich bis jetzt gewesen bin, die fremdesten - aber auch die interessantesten. Tomaten im Muesli, Bohnen im Obstsalat, ein Loch im Boden als Toilette - alles keine Sonderheit. Die ChinesInnen selbst habe ich in erster Linie als sehr freundliche, neugierige und erstaunlich direkte Leute kennengelernt, wobei letzteres wohl auf sprachliche Barrieren zurueckzufuehren ist. Essen und Trinken wird in China gross geschrieben; auf Tischmanieren im westlichen Sinn wird allerdings verzichtet. Dafuer wird getrunken, bis man umfaellt und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei einem 53 %tigen Reiswein aber auch keine Schwierigkeit!

Vielleicht sind es all diese grossen und kleinen Unterschiede, die China fuer mich so faszinierend machen - und den beruehmten "Hier koennte ich laenger bleiben"-Satz einmal mehr aufkommen lassen. Dennoch heisst es in wenigen Tagen von meinem "aus dem Rucksack" Leben Abschied nehmen... am 14. Mai bin ich wieder zurueck in Salzburg. Knapp 15 Monate des Reisens neigen sich dem Ende zu; eine einzigartige Erfahrung mit unzaehligen bleibenden Eindruecken und Begegnungen, atemberaubenden Momenten, neuen Freundschaften und so manchen Abschiedstraenen. Eine unendliche Geschichte des Unterweg-Seins deren Ende irgendwann wieder einen neuen Anfang nehmen wird...

Mittwoch, 25. März 2009

Ton Sai, (Krabi, Thailand)





So weit das Auge reicht Felsen, Felsen und nochmals Felsen, dazwischen kleine weisse Sandstraende und tuerkisblaues Wasser, superguenstige Bambus-Bungalows, der Geruch von Pad Tai und Som Tom in der Luft, 30 Grad und Sonnenschein, ein internatioanler Haufen an braugebrannten und gut gelaunten Kletterern (mit Betonung auf den maennlichen Plural), am Abend frischen Thunfisch fuer 1,50 Euro und ein kuehles Bier...
Das koennte ein Werbeslogan fuer ein Urlaubsparadies sein. Sollte ich PR Texte fuer Ton Sai schreiben, wuerde diese wahrscheinlich so oder aehlich beginnen. Und ich haette nicht einmal das Gefuehl, auch nur annaehernd ausschmueckend schreiben zu muessen, denn Ton Sai ist ein wahres Paradies.
Die letzten beiden Wochen habe ich hier mit klettern und klettern und klettern und gemuetlichen ruhetagen am strand verbracht (genauergenommen war es ein ruhetag) und wie es so aussieht werde ich wohl noch ein wenig laenger hier bleiben.
Da das Internet ziemlich teuer ist und es in der realen Welt einfach zu schoen ist, um zu viel Zeit in der virtuellen zu verbringen, werde ich mich diesmal kurzfasssen und nur ein paar Fotos fuer sich sprechen lassen...