Freitag, 3. Oktober 2014
Sightseeing in Peking
Drei Tage Peking: hier ein kurzer Eindruck unserer Sightseeing Tour:
Von Peking war ich positiv ueberrascht: weniger Smog als gedacht, endlich wieder mal viiiiiiiel Gemuese auf der Speisekarte (wenn gleich die Uebersetzung ins Englische oftmals missglueckt war), Kaffee nach langer Zeit der Abstinenz und endlos viel Sightseeing.. fuer drei Tage gabs auf alle Faelle genug zu tun!
Sonntag, 14. September 2014
Mongolei - die endlose Weite...
Habe ich vor unserer Reise an die Mongolei gedacht, dann hatte ich Bilder von Pferdeherden, der Steppe, Jurten und Nomaden im Kopf. Viele dieser Vorstellungen haben sich in Kirgistan verwirklicht - die Mongolei jedoch war irgendwie anders, als ich sie mir vorgstellt habe (ohne dass dieses andere "besser" oder "schlechter" wäre).
Ulaanbaator empfing uns mit dichtem Verkehr, schlechter Luft und den üblichen Gegebenheiten einer durchschnittlichen asiatischen Großstadt. Gut 40% der 3mil Mongolen leben in der Hauptstadt, die bei ihrer Gründung Anfang des 19 Jhd lediglich für 500.000 Menschen konzipiert wurde, wie uns ein Mongole erzählte. Lange hielten wir uns aber ohnehin nicht in UB auf - kurz die wichtigsten Dinge erledigt und auf ging es in Richtung Westen! Im Vergleich zum Großteil der anderen Reisenden, die wir in unserem Hostel getroffen hatten, waren wir auf eigene Faust und ohne gebuchte Tour unterwegs. Zum einen, weil es einen großen Teil des Abenteuers nimmt, wenn alles im Voraus geplant und organisiert ist und kein Raum für Spontanes bleibt und man darüber hinaus noch eine ordentliche Stange Geld ablegt. Und zum anderen fühle ich mich dafür schlichtweg noch zu jung!
Relativ schnell stellten wir allerdings fest, dass in einem Land mit der viereinhalbfachen Flache von Deutschland die Infrastruktur abseits der Hauptstadt kontinuierlich abnimmt.. der dünnste besiedelste Staat der Welt verfügt nun mal über kein flächendeckendes öffentliches Verkehrssystem. Und asphaltierte Straßen? Eine wahre Freude, wenn man auf sie trifft, denn sie sind selten!
Wenn nun kein Bus oder eine gemeinschaftliche Mashrutka nach xy fahrt, so findet sich sicherlich ein "Taxi" (zu Touristenpreisen versteht sich) und bringt einen ans gewünschte Ziel! Die Provinzstaedte sind zum groessten Teil nicht an den oeffentlichen Verkehr angeschlossen und verfuegen oftmals nichtmal ueber fliessendes Wasser. Duschen? Ein Fremdwort..
Irgendwie kamen wir dann zum "White Lake" und wanderten und campten entlang des Sees. Die Weiterfahrt, keine 200 km, nahm mehr als 11 Stunden in Anspruch - der alte russische Van streikte im Rhythmus von zwei Stunden. Der Fahrer drosch ein paar Mal auf den Motor ein.. und es ging weiter! Ein traumhafter Sternenhimmel entschädigte die Fahrt; nur unsere Magen waren anschließend ordentlich beleidigt.
Das Essen in der Mongolei ist ohnehin eine eigene Sache: außer Zwiebeln, Kraut, Karotten und Kartoffeln wächst wenig Gemüse - von Obst ganz zu schweigen! Die glänzend roten Aepfel, die es in UB zu kaufen gab, hatten einen stolzen Kilopreis von € 5!! Da vergeht sogar mir die Lust auf Obst.. Mongolisches Essen besteht daher in erster Linie aus Fleisch, in Kombination mit Nudeln, Reis, etwas Gemüse.. Selbst mein hochgelobter Magen, der schon viele Kuriositaten ausgehalten hat, gab sich geschlagen.. (und der vom Stefan noch viel schneller). Während unserer Wandertouren waren wir so ganz froh, uns mittels Campingkocher selbst zu versorgen. Einkaufen in der Mongolei ist aber ebenfalls nicht gerade einfach. Denn abseits größerer Städte findet man nur noch kleine Laeden, die zur Hälfte mit Wodka, Bier und Cola gefüllt sind und der Rest besteht aus Süßigkeiten und einigen Konserven :-) Wohlbemerkt ist meistens ein Großteil der Lebensmittel bereits abgelaufen - das bemerkten wir aber auch erst nach einiger Zeit. Ein richtig schlechtes Gewissen bekommt man, wenn man versucht "regional" einzukaufen. Ich glaube, es ist einfach nicht möglich: Nudeln, Porridge, Reis aus Russland, Thunfisch aus Thailand oder USA, Erbsendosen aus Italien, Schokolade aus Korea, Marmelade aus Deutschland, Milchcreme aus der Ukraine.. irdendwann fanden wir mal Keks, die tatsächlich in der Mongolei produziert wurden, aber das wars dann auch. So gut wie alle Lebensmittel werden importiert und sind dafür noch erstaunlich günstig. Aber auch sie selbstgekochten Thunfischnudeln, Krauitnudeln oder Reis mit Zwiebel und Karotten hingen uns bald mal zum Hals raus.. Anbei ein Foto des "gluecklichen Essers"..!
Das Highlight unserer Reise war sicherlich der Norden der Mongolei, in den wir es mach einer Woche geschafft hatten (den Westen hatten wir abgeschrieben: 60 Stunden Busfahren wenn alles gut geht, das war uns dann doch zuviel!). In Khatgal, am Khovsgol Lake fanden wir ein sehr nettes und gemuetliches Hostel. Das Besitzerehepaar sprach ausgezeichnetes Englisch und kuemmerte sich fuehrsorglich um seine Gaeste. Insgesamt verbrachten wir in der Gegend fast zwei Wochen mit wandern und reiten. Das tuerkisblaue Wasser des Sees lud zwar zum Baden ein - war dann aber doch definitiv zu kalt!
Mein persoenliches Highlight, quasi ein Teenagerwunsch, war die 5 taegige Reittour, die wir von Khatgal aus machten. Unser Guide, den uns das Hostel organisiert hatte, sprach nur ein paar Brocken Englisch, aber mit Hand und Fuss liess es sich dann doch irgendwie kommunizieren! Das Pferd kostete pro Tag uebrigens 8 Euro - da kann man schon mal ein paar Tage unterwegs sein.
Stefan kaempfte allerdings etwas mit dem mongolischen Holzsattel ;) Ob der sich wieder auf ein Pferd setzt.. ich bezweifle es!
Einmal waren wir zu Mittag bei einer Nomadenfamilie und bekamen frischen Yoghurt, Kaese und gebackenes Brot zum Kosten - was fuer eine freudige Abwechslung zu unserer eintoenigen Mahlzeit!!
Wie schnell sich hier das Wetter aendern kann, erfuhren wir am vierten Tag als es ueber Nacht zu schneien begann. Und den ganzen naechsten Tag in Stroemen regnete.. Da half nur eines: abwarten und Tee trinken (und hoffen dass der Ebookreader durchhaelt wenn man den ganzen Tag im Zelt verbringt!). Unser Guide hatte lediglich eine Plane mit, unter der er schlief und genau einen Mantel, den er bei 5 Grad ebenso trug wie bei 25. Angesichts der Temperaturen, die es hier im Winter hat (bis zu minus 40 ist normal), war das fuer ihn wohl nicht mal nennenswert..
Der definitiv schlimmste Teil folgte mit der Rueckfahrt nach Ulan Bator: 17 Stunden Busfahrt, Rueckenlehne nicht verstellbar, saukalt, 80% der Strecke ueber Feldwege und je laenger wir fuhren, desto uebler wurde mir.. Naja, auch das vergeht.
Auf mongolisches Essen kann ich gut und gerne mein weiteres Leben verzichten - die Mongolei an sich war aber eine wunderbare Erfahrung, nicht immer einfach, aber faszinierend, abenteuerlich und von schier endloser Weite.
Mittwoch, 20. August 2014
Kirgistan
Eingebettet zwischen Kasachstan, China, Usbekistan und Tadschikistan liegt das, im Verhältnis zu seinen nördlichen und östlichen Nachbarn, kleine Kirgistan (früher auch Kirgisien oder Kirgisistan genannt). Ein großer Teil des Landes besteht aus Bergen, die an der Grenze zu China eine beachtliche Größe erlangen. Selbst in der Hauptstadt Bischkek lassen sich in weiter Entfernung schneebedeckte Gipfel erkennen - und wahrscheinlich auch angenehmere Temperaturen als in Kirgistans "Metropole". Ein serviceloser Flug mit der Billiglinie Pegasus, die Ankunft um 4:30 Uhr in der Früh und die 5stündige Zeitverschiebung lassen und die ersten beiden Tage im Jetlag herumwanken - selbst der richtig gute Espresso in einem westlichen Expats Café kann da nicht helfen (es sollte für die nächsten Wochen auch der letzte Kaffee sein, den wir bekommen).
In Bischkek selbst verpasst man allerdings nicht viel; die russisch angehauchte Stadt hat außer einem großen Markt und monumentalen kommunistischen Bauten wenig zu bieten.
So machen wir uns auf zum Son-Kül, einem kleinen Gebirgssee auf 3000 Meter. In Kirgistan ist übrigens fast jedes Auto ein Taxi - zwischendurch gibt es sogar einige "richtige" Talxler, was aber noch lange nicht bedeutet, dass man als Europäer annähernd das Gleiche bezahlen würde wie ein Kirgise. Unsere mageren Russischkenntnisse helfen hier bedingt weiter.. So geht es mit der Mashrutka - einer Art Gemeinschaftstaxi - nach Koshkor. Dort organisieren wir uns einen Pferdeguide und zwei Pferde und verbringen 4 Tage im Sattel bzw wandernt von Jurte zu Jurte. Pferde- und Schafherden verbringen in der Steppenlandschaft sozusagen ihren Sommer, während die Touristen für die Familien eine zusätzliche Einnahmequelle sind - viel Geld erwirtschaften sie mit der Tierzucht ohnehin nicht. Das Essen ist einfach, aber gut: sehr süße Heidelbeer oder Kirschmarmelade, Porridge, Fladenbrot, Buchweizen, Kartoffelsuppe und Schaffleisch kommt hier hauptsächlich auf den Tisch. Die eigenartig vergorenen Getränke, die entweder nach pürierten Essiggurkerl oder verflüssigtem Räucherkäse schmecken, kosten wir zwar, meiden sie aber fortan.. Reiten in Kirgistan bedeutet übrigens auch, im Schnelldurchlauf alle drei Gangarten zu erlernen, denn nach 10 min auf dem Pferd galoppieren wir auch schon drauf los! Dass man dabei etwas atemlos wird, liegt unter anderem auch an der Seehöhe von über 3.000 Meter!
Nach unseren Reitabenteuern (die Pferde sind übrigens ausgesprochen gutmütig) fuhren wir weiter in den Osten nach Karakol, um für einige Tage in den Bergen zu wandern. Ziemlich schnell stellten wir fest, dass Essen für 5 Tage ein ganz schönes Gewicht hat und minimierten unsere Ausrüstung auf das Mindeste (nur blöd wenn dann das Wetter umschlägt). Zu Beginn noch Sonnenschein, regnete es dann so viel, dass wir am dritten Tag leider abbrechen mussten - und dafür aber die knapp kalkulierte Schokolade auf einmal essen konnten :-) Obwohl wir mein im wahrsten Sinne des Wortes heiß ersehntes Ziel nicht erreicht hatten (am fünften Tagen hätten wir Thermalquellen erreicht), nahmen wir viele Eindrücke, einen knapp 4.000 Meter hohen Pass und eiskalte Flussdurchquerungen mit.
Da wir nun noch etwas Zeit hatten stoppten wir am Weg zurück nach Biskekh am Issyk-Köl, nach dem Titikaka in Bolivien der zweitgrößte Gebirgssee. Das kuriose daran: im Juli und August mutieren viele Orte zu beliebten russischen Sommerdestinationen - wohlgemerkt eher nur für die russische Mittelklasse. Kleidungstechnisch ist hier gerade der Jogginganzug angesagt und zwischen all den Souvenirständen und Quietschenten hat man schon mal das Gefühl am Bademeisterstrand in Caorle oder Jesolo zu sein.. Nachdem wir aber bei einer sehr netten kirgisischen Familie untergebracht waren und dort auch andere Backpacker trafen, verbrachten wir die Zeit mit Tee trinken und Reiseerzählungen. Viele Reisende kommen über die Seidenstraße nach Kirgistan, gar nicht wenige mit dem Fahrrad und einige berichteten auch von Trekingtouren in Afghanistan - wohlbemerkt im nordöstlichen Wakhan Korridor, eine Region, die aufgrund ihrer Abgeschiedenheit vom Krieg verschont blieb.
Wie im Flug verging die Zeit in Kirgistan - ein beeindruckendes Land mit freundlichen Menschen, vielseitiger Landschaft, ausreichend Transportmöglichkeit und ueberraschend abwechslungsreichem Essen. Und heute Abend geht es schon weiter in die Mongolei!
Samstag, 13. Juli 2013
Rocklands 2013
Südafrika zum zweiten Mal
Es ist ja nichts Neues, dass ich die meisten Urlaubsziele nochmals bereisen möchte. Weil beim ersten Mal bei weitem nicht alles erkundet und entdeckt werden kann, was es zu tun gibt; weil manche Gegenden so schön sind, dass man einfach wieder dort hin möchte. Oder weil man auf Boulderurlaub war und soviele offene Projekte hinterlassen hat, dass sie eben ein Jahr später abkassiert werden müssen (für alle Nicht-Kletterer: ein Felsbrocken wurde nicht erklommen. Hört sich banal an, ist es aber nicht. Die Faszination des Boulderns ist aber eine andere Geschichte und deren Abhandlung würde wohl in einem philosophischen Monolog enden, wofür mein Internet-Guthaben zu knapp bemessen ist).
Apropos: Internet gibts hier nur an ausgewählten W-Lan Spots, Handyempfang sowieso nicht, die nächsten Häuser, sprich Nachbarn, sind gute 5km entfernt und zum nächsten Lebensmittelgeschäft braucht man eine gute halbe Stunde mit dem Auto. Außer viel Felsen gibts hier nicht viel. Endlose Weite, ein paar Schafe, hin und wieder eine Farm.
Das Wetter meint es gut mit uns - jeden Tag Sonne, leichter Wind, zwischen 15 und 20 Grad. Da fallen die ersten schweren Projekte schon innerhalb kurzer Zeit und alles was noch kommt ist wie ein Bonus obendrauf. Ja, hier könnte man es noch viel länger aushalten... auch das ist nichts Neues: Urlaube sind meistens zu kurz. Aber deswegen kommt man eben einfach wieder. Und genießt jede Minute, die man so glücklich verbringen darf.
Abonnieren
Posts (Atom)
