Nun sind es schon beinahe drei Monate, in denen wir zwischen Chile und Argentinien hin und her reisen - kaum zu glauben! Obwohl wir im Vergleich zu anderen Travellern geruhsam und stressfrei unterwegs sind, wollten wir einmal an einem Ort ein wenig laenger bleiben. Um darueberhinaus unser Budget zu schonen, die Spanischkenntnisse zu verbessern und "off the beaten trek" zu kommen, haben wir uns entschlossen, fuer eine Weile zu arbeiten.
So haben wir die letzten beiden Wochen in Mulchen bei Los Ángeles auf einer Farm verbracht - weit entfernt von jeglicher Zivilisation und Tourismus. Um alle Verwirrungen vorweg zu nehmen: wir waren nicht in L.A. in Nordamerika, sondern in Chile!
Die Farm lag ca. 500 km suedlich von Santiago, in der Provinz Bio Bio. Der naechste groessere "Ort" war ein kleines Dorf namens Mulchen und der Bus dorthin fuhr einmal am Tag. Handyempfang gab es natuerlich keinen, ebensowenig wie einen Fernseher, geschweige denn Internet, geheizt wurde mit einem kleinen Holzofen im Wohnzimmer (dementsprechend kalt war es in der Frueh, da der Ofen ueber Nacht natuerlich ausging und es in Chile mittlerweile Spaetherbst ist), Warmwasser war nur kurzzeitig vorhanden und auch das mit einigen Kaltwasserschueben und Waesche waschen war sowieso eine Handsache.. Wir waren also wirklich mitten in der Pampas!
Aber dafuer hatten wir auch erstmals so richtig das Gefuehl, in ein Land einzutauchen, die Leute und ihre Kultur kennenzulernen und sich abseits des Touristenstroms zu bewegen.
Land und Leute in Chile
Chile ist in vielerlei Hinsicht amerikanisiert und sehr neoliberal, mit starkem katholischen und konservativen Einschlag. Oesterreicher und Deutsche sind gern gesehene Gaeste und haben hier in Chile einen ziemlich guten Ruf. Vielen Schulen sind in deutscher Hand und man stoesst immer wieder auf "Kuechen" und "Panaderia aleman" - historisch bedingt. Leider hadern die Chilenen mit ihrer Vergangenheit und wir haben oefter als einmal gehoert, wieviele positiven Seiten die Militaerdiktatur unter Pinochet nicht gehabt haette... Dennoch haben wir eine unwahrscheinliche Gastfreundschaft erlebt und eine traumhafte Zeit auf der Farm verbracht. Vor allem, da wir naemlich im Endeffekt gar nichts arbeiten mussten, sondern den lieben langen Tag am Pferd gesessen sind, gelesen, geschrieben oder Kaffee getrunken haben (Nescafé - etwas anderes gibt es in Chile naemlich offensichtlich nicht. Und leider sind die Chilenen sogar noch stolz darauf...)!
Und die Reise geht weiter
Nach zwei Wochen Farm haben wir unsere Rucksaecke wieder gepackt und sind nach Mendoza (Argentinien) gefahren. Waehrend Cornelia noch eine Marmeladen-Farm besucht hat, bin ich mit unseren skandinavischen NAVIMAG-Freunden rund um San Juan unterwegs gewesen - zum ersten Mal auf dieser Reise waren wir also getrennt unterwegs. Allerdings nur fuer vier Tage - dann war die Sehnsucht zu gross :)
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