Freitag, 25. Juli 2008

Auf den Spuren der Inka Teil 2: Choquequirao

Nachdem uns nach der Besichtigung von Machu Picchu so richtig das "Inka-Fieber" gepackt hatte und noch ein paar Tage bis zum Rueckflug nach Bolivien Zeit waren, bschlossen wir zu einer weiteren Wanderung aufzubrechen. Das Ziel: Choquequirao, eine Ruinenstadt der Inka an den Ausläufern der Salkantay-Gebirgskette, ca. 5 Stunden von Cusco entfernt. Der gesamte Komplex umfasst ca. 1800ha, von denen bisher nur 30-40% ausgegraben wurden. Das Besondere daran: im Gegensatz zu Machu Picchu, wo sich taeglich bis zu 2000 Besucher tummeln, sind hier kaum mehr als 20 - 50 taeglich zu finden. Die Spezies "Busgruppen-Tourist" mag es ja am liebsten bequem. Am besten bis direkt vor die Sehenswuerdigkeit gefahren, ein, zwei Fotos geknipst und dann schnell weiter zum naechsten Objekt der "Das-musst-du-gesehen-haben-wenn-du-in-Peru-bist"-Liste. In Choquequirao laeuft das ein wenig anders. Denn die Ruinen sind nur durch eine ziemlich anspruchsvolle Wanderung zu erreichen. Hin und retour sind 64km und ueber 3000 Hoehenmeter zu ueberwinden, auf staubigen Zickzack-Serpentinen, die teilweise so steil sind, dass einem ganz schwindlig werden koennte. Orte oder Doerfer gibt es keine, nur vereinzelt ein paar Zeltplaetze. Wer zuviel Geld ueber hat, kann sich natuerlich einer Tour anschliessen (es gibt in Peru wirklich fuer ALLES ein Tour!), was den Komfort eines Muleros inkludiert, Verpflegung, etc.. Wir haben aber brav unsere schweren Rucksaecke 1500 Meter hinunter und hinauf geschleppt, drei Abende lang Nudeln mit Tomatensosse verspeist und uns so das eine oder andere Mal selbst fuer unsere Individualitaet verflucht ;) Aber die Belohnung waren drei beeindruckende Tage mit einer fast menschenleeren Anlage, die wir so gut wie fuer uns hatten. Am letzten Abend lernten wir noch eine ansaessige Familie kennen, bei der wir zwischen Kuehen, Schweinen, Hunden, Meerschweinchen und was weiss ich noch im Feld campieren konnten. Gekocht wurde dort noch auf dem Holzofen und Elektrizitaet? Weit davon entfernt! Dennch sind es gerade diese Erlebnisse, die das sonst so touristisch erscheinende Peru wieder liebenswert machen. Weniger liebenswert waren dasfuer die Moskitos, die offensichtlich Gefallen an meinen Beinen fanden: 83 gezaehlte Stiche am linken Unterschenkel und 75 am rechten... Und ja, es hat verdammt gejuckt!!



Inzwischen sind wir wieder in Bolivien, in San Ignacio, einem kleinen Dorf im Nord-Osten. Dort arbeiten wir in einer der Missioen und unterrichten Englisch, bzw arbeiten im Kindergarten. Eine voellig neue und spannende Erfahrung! Da die Missionen dem Franziskaner-Orden angehoeren, ist auch unser Aufenthaltsort neu und ungewoehnlich: fuer drei Wochen sind wir naemlich fuer die (Maenner)Welt verloren... und leben im Kloster! Berichte hierzu folgen!

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