Das letzte Wochenende in Neuseeland verbrachte ich im Mount Aspiring Nationalpark, westlich von Wanaka gelegen. Nach einer laengeren Regenperiode war endlich stabiles Wetter in Sicht und so planten Todd und ich eine dreitaegige Bergtour. Die Gletscherbesteigung von Mount Aspiring fiel aufgrund meines angeschlagenen Knoechels flach - vor lauter Uebereifer bin ich letzte Woche beim Klettern ins Seil gestuerzt und musste eine viertaegige "Couchpotato"-Pause einlegen... was zu einem exorbitanten Ueberschuss an Energie fuehrte...!
Anstelle von Mount Aspiring entschlossen wir uns, den 2300 Meter hohen Mount Ansted in Angriff zu nehmen. Das mag nun vielleicht nicht wirklich spektakulaer hoch und aussergewoehnlich klingen, doch Bergsteigen in Neuseeland ist nicht mit den gewohnten Touren in Salzburg und Umgebung zu vergleichen. In den seltensten Faellen gibt es hier markierte Wege und Treks, wie wir es gewoehnt sind. Karte und Kompass sind ein Muss, denn nur so findet man den geeignesten Weg, der meistens ueber einen Grat entlang auf den Gipfel fuehrt. Geht es anfangs durch Busch und Gestruepp, endet man oft zwischen steilen und ausgesetzten Felsen, wo Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt sind. Ungewohnt waren fuer mich auch die vielen Flussdurchquerungen, die oefters ganz schoen heftig sind - Bruecken gibt es kaum und meistens laeuft man den ganzen Tag in nassen Fuessen durch die Gegend. Belohnt wird man dafuer mit einer sagenhaften Aussicht auf die umliegenden vergletscherten Berge, wo man vielleicht sogar die eine oder andere unbestiegene Route findet. Das Terrain ist unglaublich gross und abgelegen und es ist durchaus keine Seltenheit, tagelang auf keine Menschenseele zu stossen (um dies zu veranschaulichen: auf unserer Karte im Masstab von 1:50.000 war keine einzige Strasse eingezeichnet, ebensowenig wie auf der darauffolgenden Karte).
Der erste Tag war eine gemuetliche Wanderung in das Matukituki-Valley zur Cascade Hut, die wir netterweise ganz alleine fuer uns hatten. Die Huette hatte auch den grossen Vorteil, dass wir am zweiten Tag nur mit einem Tagesrucksack ausgestattet losstarteten, worueber wir am Ende des Tages sehr froh waren. Ueber einen anfangs markierten Weg ging es erstmals 1000 Hoehenmeter nach oben auf den Cascade-Sattel und von dort aus suchten wir uns unseren Weg ueber Felsen und Scheefelder auf den Gipfel von Mount Ansted. Auf und ab und kreuz und quer ueberquerten wir den einen oder anderen zusaetzlichen Gipfel, bis wir schliesslich nach 2450 zurueckgelegten Hoehenmetern ankamen. Die Aussicht war traumhaft; der Abstieg.. naja, darauf haette ich verzichten koennen!
11 Stunden und 57 Minuten nach Aufbruch kamen wir wieder in "unserer" Huette an und fielen sprichwoertlich ins Bett (bzw. auf die Isomatte) - es war ja auch ein langer Tag gewesen!
Am dritten Tag ging es nur mehr eben zurueck durch das Tal und mit einem Lachen im Gesicht verstaute ich meine Kletterschuhe tief im Kofferraum des Autos: die anfaengliche Idee, zum Abschluss noch "ein paar kleine Mehrseillaengentouren" zu gehen stand nicht einmal annaehernd zur Debatte! Dafuer gabs Pizza, Wein und Schokolademuffins zum Abendessen: was fuer ein Wochenende!
1 Kommentar:
Mein allerliebsten Schatz,
ich hoffe du bist gut in Australien angekommen - danke für deinen Reisebericht deines "letzten" Neuseelandabenteuers. Bin schon sehr neugierig auf deine nächsten Ausführungen. Hoffe wir hören uns bald. Dickes Bussi Mama
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