Weihnachten in den Cameron Highlands
Nach der stickigen, verschmutzten Luft und der Hektik der Grossstadt (Kuala Lumpur) freuten wir uns schon sehr auf die frische Luft und das Dorfleben in den Cameron Highlands. So hatten wir uns das zumindest vorgestellt, als wir ankamen wurden wir jedoch eines Besseren belehrt. Unser Bergdorf stellte sich als ein Massentourismusort mit haesslichen Bettenburgen heraus, wo es besonders um die Weihnachtszeit extrem hektisch ist - das passiert, wenn man einen Reisefuehrer aus dem Jahre Schnee hat. Die Luft war dennoch frisch und auch angenehm erfrischend, denn die Temperaturen betrugen nur um die 20 Grad, was fuer Malaysien schon fast kalt ist. Und die Umgebung hielt zum Glueck auch was uns versprochen wurde: die Cameron Highlands sind eines der groessten Teeanbaugebiete und es macht den Eindruck, also ob ueber die gesamte Region ein Teppich aus Teepflanzen ausgebreitet worden ist. Am 24. Dezember besuchten wir zuerst eine dieser Teeplantagen und ganz nach oesterreichischer Art assen wir am Nachmittag Kekse und tranken dazu regionalen Tee (auf den Gluehwein mussten wir dieses Jahr "leider" verzichten). Die Weihnachtsfeiertage ueber blieben wir noch in den Bergen, dann zog es uns wieder an die tropische Westkueste. Doch auch dort wurden wir ein ums andere Mal von total zubetonierten Regionen und Staedten mit haesslichen Hochhaeusern enttaeuscht. Auch wenn mich die Westkueste landschaftlich nicht sonderlich ansprach lernten wir - wieder einmal - durch die couch surfing Plattform viele nette Malaien kennen und hatten sehr viel Spass und lernten Wissenswertes ueber die Multi-Kulti-Kultur in Malaysien.
Zu den Klaengen von Jimmy Cliff ins neue Jahr getanzt
Die letzten Tage des alten Jahres verbrachten wir auf Penang Island, eine kleine Insel an der Grenze zu Thailand. Hier fanden wir zum ersten Mal idyllische Sandstraende und sauberes Wasser ... endlich! Den Jahreswechsel begannen wir (i.e. ein Haufen couch surfer und weitere Reisebekanntschaften aus aller Welt) in einer Reggaebar direkt am Strand mit Lifemusik und Lagerfeuerromantik. Zu den Klaengen zu Jimmy Cliff's Reggae Night begruessten wir barfuss im Sand tanzend das neue Jahr.
Land und Leute
Obwohl wir nur knapp mehr als zwei Wochen in Malaysien gewesen sind, bekamen wir dennoch einen ganz guten Eindruck von den Malaien und ihrer Kultur und Lebensweise. Ueberrascht war ich total ueber den wirklich hohen Standard jeglicher Infrastruktur, der ohne Weiteres mit jenem von europaeischen Laendern mithalten kann. Ebenso hat ein beachtlicher Teil der Bevoelkerung sehr gute Englischkenntnisse, was u.a. auch daher kommt, dass viele Fernseh- und Radioprogramme sowei Zeitungen Englisch als Hauptsprache haben. Generell lernten wir die Malaien als ein sehr modernes, aufgeschlossenes und ueberhaupt nicht aufdringliches (was mir besonders nach meinen Erfahrungen in Indonesien sehr positiv auffiel) Volk kennen. Offen- und Aufgeschlossenheit sind bei einer so gemischen Bevoelkerung (50% Malaien, 38% Chinesen, 10% Inder, 1% Orang Asli = "the first people") wohl auch der Schluessel zu einem harmonischen Zusammenleben. Was uns oft verwunderte ist die Tatsache, dass Malaien keinen Orientierunssinn besitzen und oft ihre unmittelbare Umgebung nicht kennen. So passierte es uns regelmaessig, dass wir mit der Kirche ums Kreuz geschickt worden sind bzw. viele unnoetige Kilometer zu Fuss gingen, nur um spaeter zu erfahren, dass sich unser Ziel ganz in der Naehe unseres Ausgangsortes befand. Das gilt auch fuer Taxis, besonders in Kuala Lumpur war es oft ein schweres Unterfangen einen Taxifahrer zu finden, der unser Ziel kannte und auch noch gewillt war, uns dorthin zu bringen. Geldverdienen schien nicht deren oberste Prioritaet zu sein.
Thailands tiefer Sueden
Am 1. Jaenner riss uns der Wecker nach nur wenigen Stunden Schlaf aus den Traeumen, so dass wir die Faehre nach Thailand nehmen koennen (idiotisch, ich weiss, war aber unsere einzige Option). Bei der Einreise nach Thailand bekamen wir nicht das gewuenschte Visum fuer 30 Tage sondern nur eines fuer 15 Tage. Wir wussten, dass nach den Unruhen am Flughafen in Bangkok die Visabestimmungen geaendert worden sind, doch uns wurde bei der Botschaft in Singapur versichert, dass wir als Oesterreicher bei der Einreise ein Visum fuer 30 Tage erhalten wuerden und nicht im Vorhinein darum ansuchen muessen. Denkste ... nicht einmal auf die Botschaft ist Verlass. Nun muessen wir wohl nach 15 Tagen nach Burma ausreisen und uns einen neuen Stempel holen. Anyways ... die ersten paar Tage des neuen Jahres verbrachten wir auf paradiesichen Inseln im Sueden des Landes, wo uns weisse Sandstraende, tuerkisblaues Wasser, herrliches Essen und freundliche Thais erwarteten. Thailand ist ein sehr guenstiges Land zum Reisen, was das Backpackerherz hoeher schlagen laessst denn dadurch ist es uns erlaubt, und den ein oder anderen Luxus zu goennen, wie zB Oelmassagen am Strand bei Sonnenuntergang, Bambushuetten mit EIGENEM Bad, Fisch BBQ's am Strand, koestliche Cocktails ... momentan fuehlt es sich so an, als ob ich auf Urlaub waere.
Nach fast einem Monat des gemeinsamen Reisesn trennen sich nun Lisi's und meine Wege wieder, waehrend sie noch eine Weile auf den Inseln bleiben wird fahre ich in die Naehe von Bangkok, wo ich einen 10-taegigen Meditationskurs machen werde; bin schon sehr gespannt.
1 Kommentar:
Tja Cornelia, jetzt bin ich doch a bissl neidisch!
Genieß weiterhin deine Reise in den "warmen Gefilden" derweil wir uns mit den 2-stelligen Minusgraden herumschlagen ;-)
viele liebe Grüsse,
Melanie
Kommentar veröffentlichen