Montag, 22. Dezember 2008

Tropische Weihnachtsgruesse aus Malaysien

Nach all den Annehmlichkeiten und den Komfort in Australien und Neuseeland ist das Reisen in Entwicklungslaendern wieder eine grosse Umstellung. Besonders die ersten paar Tage auf Bali fand ich etwas muehsam. Dass der Standard der touristischen Infrastruktur nicht mehr so hoch ist wie in down under wuerde mir ueberhaupt nichts ausmachen, ganz im Gegenteil, das finde ich ohnehin spannender. Man konnte jedoch keine 10 Schritte auf der Strasse gehen ohne permanent angesprochen und betascht zu werden. "Taxi!", "Taxi!" ... "Transport!", "Moped!" .... "Just looking!", "Just looking!" ... "Buy from me!" waren staendige Wegbegleiter. Zudem ist Bali extrem touristisch und man findet entlang der bekannten Straende riessige Bettenburgen, alle erdenklichen Luxusgeschaefte, teure Restaurantketten, etc. ... und das teilweise angrenzend an die Wellblechhuetten der Einheimischen. Harte Kontraste.
Landschaftlich und kulturell hat Bali jedoch viel zu bieten, angefangen von weissen Sandstranden und breiten Reisterrassen ueber beeindruckende buddhistische Tempelanlagen und farbenfrohe Taenze bis hin zu jungen Vulkanlandschaften und dichtem Dschungel.


Ich bin mir sicher, dass Indonesien viele schoene und nicht so touristische Ecken hat, aber eine Woche auf Bali war fuer mich genug und ich war froh, dass ich nach Singapur weiterfliegen konnte.


Da ich nicht so ein Grossstadtfan bin, hatte ich keine grossen Erwartungen an die Stadt und wollte urspruenglich auch nur zwei Naechte bleiben. Ich war jedoch von meiner Ankunft an von Singapur begeistert und blieb letztendlich fast eine Woche. Das lag nicht zuletzt daran, dass ich bei einer total netten couch surferin wohnte und dort auch Elisabeth, eine Niederoesterreicherin, kennengelernt habe. Wir haben uns sofort blendend verstanden und gemeinsam die unzaehligen Unterhaltungs-, Shopping-, Essens- und Fortgehmoeglichkeiten erkundet: hardcore sightseeing und fortgehen bis zum Umfallen war angesagt. Nur beim Shoppen hielten wir uns brav zurueck, denn schliesslich muessten wir das alles die nachsten Wochen mit uns herumschleppen:-). Mitten in Chinatown fanden wir sogar einen Wuerstelstand von einem Oesterreicher. Der hatte u.a. auch echte Kornspitz und da mussten wir zuschlagen, endlich habe ich wieder einmal ein richtig gutes Brot bekommen. Am Liebsten haette ich mir einen Vorrat fuer die naechsten zwei Monate mitgenommen :-). Vernuenftiges Brot ist das Einzige was mir von zu Hause abgeht ... essenstechnisch gesehen.


Lisi und ich haben uns so gut verstanden, dass wir beschlossen haben, zumindest bis Sylvester gmeinsam zu reisen. Seit ein paar Tagen sind wir nun Malaysien. Unser erster Stop war Melaka, eine Hafenstadt im Sueden des Landes, wo wir bei einem couch surfing host in einem Studentenwohnheim untergekomen. Und in was fuer einem Studentenwohnheim, das grenzte schon fast an Luxusappartments. Besuchern war es jedoch nicht gestattet ueber Nacht zu bleiben und so musste er uns staendig rein- und rausschmuggeln, was gar keine so kleine Herausforderung war. Was waere das Reisen nur ohne couch surfing ... nur der halbe Spass :-)?!?!




Vor zwei Tagen sind wir nun in Kuala Lumpur angekommen, ausser den beruehmten Twin Towers haben wir noch nicht viel gesehen, wir haben uns jedoch mehr oder weniger durch die kuliniarischen Highlights der Stadt durchgegessen. Ueber die couch surfing plattform bzw. unterschiedliche Zufaelle haben wir total viele Leute kennen gelernt und so jagt eine Essenseinladung die andere.



Weihnachten werden wir beide in den Cameron Highlands, den Bergen in Zentralmalaysien, verbringen und fuer Sylvester haben wir uns Langkawi Island ausgesucht, wo eine grosse Beachparty stattfinden wird ... also einmal ganz was anderes zum Jahreswechsel.

Nun bleibt mir nur noch euch allen


FROHE WEIHNACHTEN UND EINEN

GUTEN RUTSCH IN DAS JAHR 2009


zu wuenschen. Denkt bei dem ein oder anderen Gluehwein oder Keks an mich, ich werde im Gegenzug mit einem Cocktail auf euch anstossen.

Cornelia

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Australien: wildes Tasmanien & heisse Kueste

Mein Australienaufenthalt neigt sich dem Ende zu und somit denke ich ist es allerhoechste Zeit, euch an meinen Erlebnissen und Abenteuern der letzten Wochen teilhaben zu lassen.

Tasmanien
Die vier Wochen in Tasmanien verbrachte ich fast ausschliesslich in den Wanderschuhen. Die Insel ist ein Paradies fuer Naturliebhaber und bietet von leichten Tageswanderungen bis hin zu ausgesetzten, mehrtaegigen Wanderungen in abgelegenen Gegenden alles. Das nuetzte ich natuerlich voll aus, aber anstatt lange herumzulabern lasse ich lieber die Bilder fuer sich sprechen:




Mein absolutes Highlight war eine 6-taegige Wanderung in Zentraltasmanien die mit einigen Stichworten folgendermassen zusammengefasst werden kann:

106 km gegangen - 3 Tage lang blauer Himmel und Sonnenschein, 3 Tage lang Regen, Schnee und Kaelte - super nette Leute kennen gelernt - Matsch & Gatsch ende nie - zwei Schlangen (tiger snakes) begegnet- Mt. Ossa, den hoechsten Berg Tasmaniens, erkommen - 6 Tage lang Haferflocken zum Fruehstueck, Suppe zum Mittagessen, Packerlnudeln bzw. -couscous zum Abendessen - nass und kaaaaalt - gewaltige Wasserfaelle gesehen - Forellen beim Liebesspiel beobachtet - 6 Tage lang nasse Fuesse - Eastern Quall, Possums mit Baby und viele Wallabies gesehen - ODLO bekommt den Nobelpreis in der Kategorie funktionstuechtige Winterkleidung von mir - mehr als 15 kg am Ruecken geschleppt - warmer Whisky mit Honig wirkt Wunder gegen Kaelte - Schokoladeentzug - Cradle Mountain bei Schnee bestiegen - Wanderung in einer Natural and Cultural World Heritage Area - sich staendig aendernde Landschaften - 17 Grad in der Huette sind uns wie eine Sauna vorgekommen




Na, Lust bekommen?

Wildlife

Da Tasmanien vom Festland isoliert ist, gibt es hier noch zahlreiche Tierarten die in anderen Gegenden Australiens bereits ausgestorben sind. Besonders auf den kleinen, vorgelagerten Inseln bekommt man diese in Huelle und Fuelle zu sehen, so war mein Zelt oft von zahlreichen Wallabies, Wombats, Possums und sonstigen exotischen Tieren umzingelt. Hier sind ein paar Fotos von den Tieren, die mir so ueber den Weg gelaufen sind:




Land und Leute

Auch im Hinblick auf die Einwohner Tasmanien's ist bemerkbar, dass sie vom Festland abgeschnitten sind. Oft hatte ich das Gefuehl, dass sie noch nicht in diesem Jahrhundert angekommen sind und in einer ganz eigenen und etwas zurueck geblieben Welt leben. Die touristische Infrastruktur - besonders fuer Backpacker - ist bei weitem nicht so weit fortgeschritten bzw. ueberhaupt existent wie auf dem Festland oder in Neuseeland. Aber das hat meinen Aufenthalt etwas spannender und abwechslungsreicher gemacht :-).

Alles in allem hatte ich eine fantastische Zeit in Tasmanien und bin froh, dass ich mich fuer den Trip dorthin entschieden habe.

Hochzeit von Debbie & Phil

In Suedamerika lernten Nina und ich ein Paerchen aus Canberra kennen, die sich waehrend ihrer Rundreise verlobten und nun Ende November in den Hafen der Ehe segelten. Zufaellig war ich zum richtigen Zeitpunkt in Australien und so luden sie mich zu der Feier ein. Die Hochzeit fand am Strand statt, typisch australisch, fuer mich jedoch eine ganz neue Erfahrung. Insgesamt verbrachten Familie und Freunde 4 Tage in einem Resort an der Kueste von New South Wales und feierten mit den Beiden den Beginn ihres neuen Lebensabschnitts.



Sunny Gold Coast

Meine letzten paar Tage in Australien verbringe ich nun gerade in Brisbane an der Gold Coast und wie es sich fuer Queensland gehoert, ist es hier sonnig und heiss. Endlich habe ich die kuehleren Gefilde hinter mir gelassen und geniesse die lang ersehnten warmen Temperaturen. Hier wohne ich zurzeit bei zwei Australiern, die wir ebenfalls in Suedamerika kennen gelernt habe, und die geben sich alle Muehe, mir in den paar Tagen soviel als moeglich von der Gegend und dem typischen Queensland Lifestyle zu zeigen.




Weitere Reiseplaene

Nun geht es fuer mich weiter nach Asien, wo ich die letzten drei (?) Monate meiner Weltreise verbringen werde. Meine Reiseroute fuehrt von Indonesien ueber Singapure und Malasien nach Laos, Kambodscha und schliesslich nach Thailand, von wo aus ich nach Hause fliegen werde ... zumindest ist so der grobe Plan ...

Cornelia

Dienstag, 11. November 2008

Telefongespraech einer Weltreisenden

"Aufgeweckt? Ja, ist ja auch halb sieben in der Frueh.."

"12 Stunden Zeitverschiebung! Aber macht nichts - moechte heut ohnehin frueh raus!"

"Wie es mir so geht? So gut, wie schon lange nicht mehr! Es ist einfach wie in einem Traum!"

"Ja, noch immer in Wanaka. Seit 6 oder 7 Wochen, ich weiss es gar nicht mehr so genau. Die Zeit verfliegt hier! Was aus ein paar Tagen alles werden kann.. Und grad gestern hab ich meinen Flug verschoben.. am 17. Jaenner gehts nach Australien, theoretisch..."

"Was ich hier so mache? Eigentlich in erster Linie klettern. Bin wieder richtig drinnen und kann gar nicht genug bekommen! Und wenn nicht, dann sind wir am wandern, mountainbiken, laufen... neben der Arbeit im Garten und im Haus. Da wird es einem nie langweilig! Und endlich kommt hier auch der Sommer und es wird richtig schoen warm."



"Heimweh? Nein.. eigentlich nicht. Natuerlich, manchmal haette ich meine Familie gern hier. Wuerde ihnen so gerne all die schoenen Dinge zeigen, die ich hier gefunden habe. Meinen 'kleinen' Bruder, den ich seit fast 11 Monaten nicht gesehen habe, vermisse ich. Und natuerlich die Freunde zuhause. Aber es ist immer schoen, wie die eine oder andere Mail zu bekommen. Ich habe auch aufgehoert, in dieser Hinsicht Erwartungen an meine Freunde zu stellen. Wenn sie mir schreiben, dann freue ich mich. Wenn nicht, dann freue ich mich darauf, sie wieder zu Hause zu treffen."

"Wann ich heimkomme? Schwer zu sagen. Bis Mitte Jaenner bleib ich wie schon gesagt erstmal in Neuseeland, dann gehts nach Australien. Und dann irgendwann mal ueber Asien wieder nach Europa. Aber keine Ahnung wann. Ich moechte nicht alles verplanen, das nimmt mir die Individualitaet und Unabhaengigkeit. Ein grobes Ziel, das reicht, denn alles weitere kommt meist sowie anders als ich es mir zuvor gedacht habe. Und das macht ja das Schoene und Spannende am Reisen aus.
Letztes Wochenende war ich mit Swenja und Bruce und einigen anderen Kletterern in Fiordland, im Suedwesten der Suedinsel. Unwahrscheinlich schoen und rau - fast ein wenig wie in Patagonien. Wahrscheinlich werden wir auch in den Weihnachtsferien ein wenig Zeit dort verbringen."

"Ja, ich bin hier wirklich sehr gluecklich. Und zufrieden mit mir selbst. Vielleicht liegt das an Neuseeland. Vielleicht aber auch daran, dass ich von vielen Dingen losgelassen habe, die frueher wichtig waren und es jetzt nicht mehr sind...."

"Das wuensch ich dir auch! Und nimm dir die Zeit, auch mal durchzuschnaufen. Zeit fuer dich, Zeit, das zu tun, was du wirklich tun willst. Unlaengst hab ich da einen schonen Spruch gehoert 'Das ist nicht die Generalrobe. Sondern tatsaechlich unser Leben.' Denk daran.
Machs gut! Bis dann mal."

Montag, 27. Oktober 2008

Good bye, New Zealand

Schon wieder ist es an der Zeit einen neuen Reiseabschnitt zu beginnen und somit Neuseeland zu verlassen. Wie schon bei meinem ersten Aufenthalt hat mich das Land auch dieses Mal wieder total in seinen Bann gezogen: mit seinen sanften Huegeln, dem Regenwald und grossen Farnen, den rauhen Kuestenabschnitten und dann wieder den weissen Sandstraenden, den Fjorden, der beeindruckenden Kombination von Meer & Berge, die tuerkis-blauen Seen, die schneebedeckten Berge der Suedalpen ... um nur einige Beispiele zu erwaehnen. Aber was wirklich den Unterschied ausmgemacht hat sind die Leute - die Kiwis - die ich hier kennen gelernt habe. Es ist schwer in Worte zu fassen, mit welcher Offenheit und Freundlichkeit sie auf uns zugekommen sind und was fuer eine Gastfreundschaft wir erfahren haben.

Ostkueste der Suedinsel und Suedalpen
Nach meinem Aufenthalt im Hostel in Arrowtown fuhr ich nach Dunedin, an die Ostkueste. Das Wort "Dunedin: ist keltisch und bedeutet uebersetzt "Edinburgh", der Einfluss von den ersten schottischen Siedlern bzw. jetztigen Bewohnern ist in der Stadt auch klar erkennbar. Aber, was meiner Meinung nach viel interessanter ist, in Dunedin befindet sich die Cadbury-Schokoladenfabrik. Normalerweise kann man dort an Fuehrungen und Schokoladeverkostungen teilnehmen, leider hatte ich ausgesprochenes Pech und sie hatte geschlossen ... und das passiert ausgerechnet mir :-)!



Anschliessend fuhr ich der Kueste entlang weiter Richtung Norden, mit einem kurzen Aufenthalt in Oamaru, wo ich mir die Moeraki Boulders (siehe Fotos) anschaute sowie die Blue Penguin Colony besuchte. Die Blue Penguins sind mit einer Groesse von max. 30 cm und einem Gewicht von ca. 1 kg die kleinste Pinguinart die es gibt. Jeden Abend kann man beobachten, wie sie vom Meer zurueck an Land kommen und ihre Nistplaetze aufsuchen ... sehr suess!!



Von dort aus furh ihr wieder ins Landesinnere, zuerst ins Mt. Cook Village und anschliessend zum Lake Tekapo. In diesen beiden Orten erlebte ich paar ausserordentlich sonnige und warme Tage und konne mich an der Landschaft gar nicht satt sehen: die tuerkisblauen Seen mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund ... einfach nur wow!





Mein naechstes Ziel war die Banks Peninsula, wo ich ein kleines Paradies fuer mich entdeckte. Das Hostel befand sich in einer abgelegenen Bucht, wo es ausser dem Hostel, ein paar Pinguinen, einer (!) Kuh und ein paar Schafen und Huehnern absolut nichts gibt. Das Hostel selbst ist ein altes Bauernhaus, das mit viel Liebe zum Detail renoviert und eingerichtet worden ist. Fuer die Sommermonate suchen sie gerade eine Person, die sich um das Hostel kuemmert. Wenn ich hier in Neuseeland arbeiten duerfte (was ich als Oesterreicherin leider nicht so ohne Weiters darf) , wuerde ich mir das auf jeden Fall ueberlegen ... waere sehr verlockend :-)!



Wie ihr sehen koennt, habe ich die letzten Wochen in Neuseeland ueberaus genossen und bin mir sicher, dass das nicht mein letzter Besuch hier war :-)!

Weitere Reiseplaene
Fuer mich geht es nun weiter nach Australien, wo ich zuerst einen kurzen Zwischenstop in Sydney einlege, aber dann schon bald nach Tasmanien weiterfliege. Die Insel selbst ist fast zur Gaenze ein Nationalpark und bietet unzaehlige Wandermoeglichkeiten, und das moechte ich natuerlich ausnuetzen.

Cornelia

Freitag, 10. Oktober 2008

Neuseeland's Suedinsel

Abel Tasman Coastal Track
Mitte September, nach insgesamt drei Wochen auf der Nordinsel, setzten wir mit der Interislander Faehre auf die Suedinsel ueber. Auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit in den Abel Tasman National Park sind wir ueber couch surfing auf Reini (aus Frankfurt) gestossen, der uns einerseits an das gewuenschte Ziel brachte und andererseits sich auch prompt unserer geplanten Wanderung anschloss. Der Abel Tasman Coastal Track ist eine 4-taegige-Wanderung, der entlag weisser Sandstraende und schon fast kitschig tuerkis-blauem Meer (das zum Reinspringen nur so einlaedt, aber um diese Jahreszeit eisig kalt ist) sowie durch dichte Farnwaelder fuehrt. Da wir uns noch in der Nebensaison befinden, waren fast keine anderen Leute auf dem Track unterwegs. Und gluecklicherweise hatten wir den Wettergott auf unserer Seite: Sonnenschein pur und angenehm warme Fruehlingstemperaturen. Was will man mehr?

Abel Tasman National Park


East Coast & Christchurch
Im Anschluss an diese Wanderung fuhren mit mit dem Tranzcoastal Train von Picton nach Christchurch. Die Zugfahrt dauert ca. 5 Stunden und fuert einen zuerst durch eine saftig gruene Hugellandschaft mit vielen Schafen (so wie man sich Neuseeland vorstellt) und schliesslich entlang der rauhen Ostkueste nach Christchurch. In Christchurch hatten wir abermals ueber die couch surfing Plattfor eine Unterkunft gefunden. Dieses Mal bei zwei Maedeln, die sich sehr bemuehten, uns in den paar Tagen unseres Aufenthalts soviel als moeglich von der Stadt und Umgebung zu zeigen. Christchurch, von der man sagt, dass sie die englischste Stadt ausserhalb von England ist, machte einen total sympatischen Eindruck auf uns, u.a. wegen dem quirligen Leben in den Strassen, der Naehe zu Strand und Berge, der zahlreichen Cafes und Bars sowie der freundlichen Leute (denen man in Neuseeland eigentlich ueberall begegnet).

East Coast & Christchurch


Arthur's Pass & Westcoast
Unsere Reise setzten wir abermals mit dem Zug fort, dieses Mal mit dem Tranzalpine der die Ost- und Westkueste miteinander verbindet. Um von einer Seite auf die andere zu kommen muss man allerdings die Suedalpen queren, und das mancht die Zugfahrt so spektakulaer. Am hoechsten Punkt, dem Arthur's Pass, stiegen wir aus und legten einen Zwischenstop fuer eine Nacht ein. Obwohl wir uns nur auf knapp ueber 900 m befanden, war es dort oben eisig kalt und wir mussten wieder einmal Haube und Handschuhe auspacken. Am naechsten Tag fuhren wir dann nach Greymouth an die Westkueste weiter, wo wir wieder in den Bus umstiegen und die Kueste entlang gen Sueden weiterfuhren (mit einigen Zwischenstops natuerlich). An der Westkueste befinden sich zwei der groessten Touristenattraktionen Neuseelands ueberhaupt: der Franz Josef (nach dem oesterreichischen Kaiser benannt) und der Fox Glacier. Davon waren wir allerdings recht wenig angetan, vielleicht auch deshalb, weil sich uns alles Grau in Grau praesentierte. Wovon ich allerdings wirklich beeindruckt war, war die perfekte Sicht auf den Mt. Cook am darauffolgenden Tag. Mit 3.755 m ist er Neuseelands hoechster Berg. Bei meinem letzten Besuch in Neuseeland ist mir dieser Anblick die ganze Zeit verwehrt geblieben.


Arthur's Pass & Westcoast


Wanaka & Greenstone/Caples Track
Durch Zufall lernten wir in Nelson (nach dem Abel Tasman Coastal Track) Riwhi, einen Maori aus Wanaka, kennen. Der meinte sogleich, dass wir uns bei ihm melden koennen sobald wir in Wanaka sind um dort gemeinsam klettern zu gehen. Das machten wir natuerlich auch und kurz vor unserer Ankunft liess er uns von seiner Nachbarin Swenja ausrichten, dass wir gerne bei ihr fuer ein paar Naechte bleiben koennen. Einfach so - wieder einmal waren wir von der Gastfreundschaft der Neuseelaender voellig hin und weg. Aber noch perplexer waren wir, als wir das Haus von Swenja und ihrem Partner Bruce sahen: ein neues, total modernes und helles Haus das sich auf einem Huegel, mit perfektem Blick auf die schneebedeckten Berge der Suedalpen und des Mt. Aspiring National Park, befindet. Und, wie es der Zufall so will, war Swenja gerade auf der Suche nach einer wwoof-Hilfe und Nina auf der Suche nach einem Job. Und so entschloss sie sich, den Beiden zwei Wochen lang in Haushalt und Garten zu helfen.

In der Zwischenzeit war Reini wieder zu uns gestossen, mit dem ich zu einer weiteren mehrtaegigen Wanderung aufbrach. Dieses Mal hatten wir uns den Greenstone/Caples Track im Fjordland Nationalpark vorgenommen. Auf Grund der hohen Neuschneemengen in den Bergen und der hochwasserfuehrenden Fluessen in den Taelern, war es gar nicht so einfach einen passenden Track zu finden. Doch diese Wanderung war eine sehr gute Wahl, einfach zu gehen aber landschaftlich sehr schoen.

Wanaka & Greenstone/Caples Track


Arrowtown
Waehren Nina nun bei Swenja und Bruce ist, arbeite ich in einem kleinen Hostel in Arrowtown. Da wir uns noch in der Nebensaison befinden, ist es momentan sehr ruhig und ich koennte nicht gerade sagen, dass ich einen Stress habe. Was etwas besser sein koennte ist das Wetter: die letzten Tage war es eisig kalt und es hat sogar bis ins Tal herunter geschneit. Der Winter will uns einfach nicht loslassen ... so langsam habe ich genug von den kalten Temperaturen.

Arrowtown


Weitere Reiseplaene
Einige von euch haben die Neuigkeiten bereits schon vernommen, anderen wird es nun neu sein: Nina's und meine Wege haben sich letzte Woche getrennt. Ab nun werden wir diesen Teil der Erde jede fuer sich alleine erkunden. Aber - um gleich moeglichen Geruechten vorzubeugen - das liegt nicht daran, dass wir es miteinander nicht mehr aushalten wuerden oder uns zerstritten haben, nein, ganz und gar nicht, sondern einfach daran, dass wir unterschiedliche Vorstellungen und Plaene fuer die kommenden Monate haben. Beide haben wir unseren Aufenthalt in Neuseeland verlaengert, wobei Nina nun bis Ende November bleibt und ich bis Ende Oktober. Da ich Teile von Australien schon kenne, werde ich nur fuenf Wochen dort verbringen um anschliessend noch ausreichend Zeit fuer Sued-Ost-Asien zu haben. Nina hingegen hat die asiatischen Laender schon bereist und moechte mehr Zeit in Ozeanien verbringen. Leicht ist uns die Trennung nicht gefallen, aber ich bin mir sicher, dass wir auch "alleine" mindestens genauso interessante und spannende Erfahrungen machen werden wie in den letzten sieben Monaten.

Das bedeutet nun auch, dass wir in Zukunft getrennte Blogeintraege schreiben werden - aber wir werden euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten und von unseren Reiseerfahrungen erzaehlen.

Dienstag, 9. September 2008

Im Land der Kiwis



Die letzten paar Tage in Valparaiso und Santiago waren genial! Wir haben einige alte Bekannte unseres Suedamerika-Aufenthalts wieder getroffen, extrem nette Hauptstaedter kennen gelernt und ich habe zwei Tage mit Michi, einer Freundin aus Salzburg, verbracht. In diesen letzten Tagen auf suedamerikanischen Boden haben wir auch fortgehtechnisch alles nachgeholt, was wir im letzten Monat im Kloster in Bolivien "versaeumt" haben. Dementsprechend k.o. waren wir auch schon vor unserem Flug nach Neuseeland und so fielen wir im Flugzeug sofort in einen tiefen Schlaf. Die 13 Stunden Flug vergingen, im wahrsten Sinne des Wortes, wie im Fluge. Und was sind schon 13 Stunden? Nach insgesamt 64 Stunden im Bus von Bolivien zurueck nach Chile kann uns so schnell nichts mehr abschrecken.

Der Abschied von Suedamerika ist uns alles andere als leicht gefallen, so viel gaebe es noch zu entdecken und erleben. So befanden wir uns beide in einem grossen Zwiespalt: einerseits war die Vorfreude auf Neuseeland sehr gross, andererseits verliessen wir Suedamerika nur sehr ungern.

Nach drei ziemlich ruhigen Tagen in Auckland machten wir uns auf Richtung Sueden. Auckland hat eine extrem hohe Lebensqualitaet fuer Einwohner, aus touristischer Sicht hat die Stadt jedoch nicht sehr viel zu bieten. Da gibt es weitaus schoenere und spannendere Fleckerl in Neuseeland.

Fuer das Zentrum der Nordinsel hatten Nina und ich unterschiedliche Plaene und so trennten wir uns fuer ein paar Tage. Waehrend Nina suedlich von Hamilton klettern war fuhr ich an die East Coast und nach Gisborne. Und dort wurde mir auch wieder klar, was mich so sehr an Neuseeland fasziniert: die atemberaubende Landschaft, die Natuerlichkeit, Waerme und Offenheit der Menschen (die fuer uns Europaer oft ueberraschend ist) und die unterschiedlichen Kulturen der Europaer und Maori, die hier aufeinander treffen. Das East Cape ist eine der ruralsten und abgeschiedensten Gegenden in Neuseelandn, wo sich - besonders um diese Jahreszeit - kaum ein Tourist hin verirrt. Und genau diese Stille und Harmonie waren es, die mich so beeindruckt haben.

Damit Neuseeland und Australien unser Reisebudget nicht komplett sprengen haben wir beschlossen, oefter von couch surfing Gebrauch zu machen. Couch surfing ist eine Plattform fuer Reisende ueber die man eine "couch" suchen kann und so einerseits eine guenstige Schlafgelegenheit und anderseits direkten Kontakt zu Einheimischen hat, wodurch man das Land klarerweise von einer ganz anderen Seite kennen lernt.

Gestern haben Nina und ich uns in Taupo, im Zentrum der Nordinsel, wieder getroffen und nun machen wir uns auf den Weg gen Suedinsel. Zuvor machen wir jedoch noch einen Abstecher in einen Nationalpark zum Klettern und in die Haupstadt Neuseelands, nach Wellington.

Dienstag, 19. August 2008

San Ignacio: Schule, Kindergarten und Klosterleben

Langsam neigt sich die erste Haelfte unserer Reise dem Ende zu: am 27. August heisst es Abschied nehmen von Suedamerika und es geht quer ueber den Pazifik nach Neuseeland.

Rueckblickend gesehen war das letzte halbe Jahr so abwechsungsreich und voller neuer Eindruecke und Begegnungen, dass es schwer ist, all diese bunten Bilder in Worte zu verfassen. Das Schoene daran: es sind eigentlich nur positive Geschichten, an die ich mich erinnern kann. Kein einziges Mal in der gesamten Reisezeit sind Cornelia und ich in eine gefaehrliche Situation gekommen, es ist uns nichts gestohlen worden und wir waren auch nie krank (bis auf harmlose Magenverstimmungen von geringen Ausmass). Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Suedamerikaner uebertrifft die oesterreichische bei Weitem und obwohl viele Menschen hier unter oder am Rande der Armutsgrenze leben, geben sie das Wenige was sie haben, mit Freude. Und die landschaftliche Schoenheit und Diversitaet Suedamerikas ist auf den Fotos festgehalten - auch wenn es nur Abbilder sind und die Berge und Seen in natura noch um einiges bewundeswerter sind.

Die letzten drei Wochen haben wir in San Ignacio, im Osten von Bolvien verbracht. Schon in Salzburg hatten wir den Kontakt zu den Halleiner Franziskanerinnen hergestellt, die in Bolvien und Argentinien Kloester, Schulen, Kindergaerten, Krabbelstuben, Krankenhaeuser und weitere infrastrukturelle Einrichtungen fuehren. Nach den vielen Wanderungen der letzten Monate und dem ewigen Rucksack ein- und wieder auspacken, war es eine Wohltat, einmal drei Wochen an einem Ort zu sein.
Von den Schwestern sind wir auf das Herzlichste empfangen worden und wir fuehlten uns bei ihnen wie in einer richtig grossen Familie aufgehoben. Und gerade in der Zeit, als wir in San Ignacio waren, fanden unzaehlichte Festivitaeten statt, so dass wir ganz schoen viel zum Feiern gekommen sind.

Waehrend Cornelia im Kindergarten gearbeitet hat, war ich in einer der Schulen als Englischlehrerin taetig. Englischunterricht in Bolivien war und ist wirklich eine Herausforderung, da es kein Unterrichtsmaterial gibt und die SchuelerInnen wirklich gar nichts konnten - egal wie lange sie schon Englisch hatten. Aber es hat uns beiden sehr viel Spass gemacht, auch wenn drei Wochen einfach sehr schnell vergehen.
An den Nachmittagen haben wir viel Zeit am See mit Lesen verbracht (zum ersten Mal auf dieser Reise war es wirklich heiss: um die 30 - 35 Grad) oder wir waren reiten. Bei 1,5 Euro die Stunde konnte man sich das ja wirklich oefters leisten! Bolivien war ueberhaupt sensationell guenstig: ein Frisoerbesuch um 90 Cent (allerdings ohne Foehnen *g*), eine grosses Bier (660 ml - ein sehr eigenartiges Mass)1 Euro, ein Abendessen am Markt zwischen 30 und 80 Cent, die Reperatur meiner Kletterschuhe (=Loch flicken beim Schuster) 20 Cent und Hostels ab 2 Euro die Nacht - da kann man es sich schon gut gehen lassen! In Neuseeland und Australien wird das dann ein wenig anders aussehen... Wir halten euch auf dem Laufenden...!